Yakisugi-Methode

Holzveredelung durch Verkohlen? Was ziemlich unglaublich klingt, ist eine uralte Methode, die Holz tatsächlich haltbarer machen kann. In Japan ist die Holzbearbeitung mit Feuer verbreiteter als hierzulande. Dort heißt sie je nach Region “Yakisugi” oder “Shou Sugi Ban”. Aber auch in Deutschland bieten immer mehr Hersteller karbonisiertes Holz an.

Was ist Yakisugi?
Das oberflächliche Ankohlen von Holz ist eine der ältesten Holzschutzmaßnahmen überhaupt. Schon im Altertum hat man Holz angekohlt, um es haltbarer zu machen. Das zeigen beispielsweise Funde bei Ausgrabungen etwa in Pompeji oder von Pfahlbauten. Slawen und Wikinger nutzten Feuer, um das Holz für ihre Bauwerke und Boote resistenter zu machen. Manche Bauern verkohlen heute noch Weidepfähle, bevor sie diese in die Erde setzen.
In Japan ist die Methode der Karbonisierung von Holz unter dem Namen Yakisugi seit dem 18. Jahrhundert verbreitet. Dort wird traditionell nur Sugi-Holz verwendet, also japanische Zeder (Cryptomeria japonica). Yaki bedeutet “gegrillt, verkohlt”. Yakisugi heißt also “verkohlte Zeder”. Das Holz erhält durch die spezielle Verkohlungsmethode sein unverwechselbares Aussehen und eine große Langlebigkeit.

Mit Yakisugi versiegeln: Vorteile von Shou Sugi Ban-Holz

Ästhetische Gründe
Je nach Art des Holzes und Tiefe der Verbrennung lässt sich durch die Yakisugi-Methode eine Vielzahl interessanter Oberflächen kreieren. Die für jedes Stück Holz einzigartige Maserung und Faserstrukturen werden durch das Verkohlen zusätzlich hervorgehoben. Fassaden aus Yakisugi-Holz heben sich deshalb optisch von gewöhnlichen Fassaden stark ab. Sie können als architektonisches Gestaltungselement dienen.

Natürlicher Holzschutz

Durch das Verkohlen werden die Zellen im Holz verdichtet. Auf diese Weise wird das Holz resistent gegen Schimmel, Wasser, Fäulnis, Verwitterung und Insekten. So wird der vermeintliche Brandschaden zum effektiven Schutz für den Außenbereich, der eine Behandlung mit giftigen chemischen Holzschutzmitteln überflüssig macht.

Yakisugi benötigt wenig Pflege

Yakisugi benötigt im Allgemeinen keine vorbeugende Pflege durch Nachölen. Lediglich wenn man will, dass die Farbe über die Jahre gleich bleibt, bedarf es einer Pflege.

Wo lässt sich Yakisugi-Holz einsetzen?
Yakisugi-Holz wird in zwei Bereichen eingesetzt: für Fassaden und im Innenbereich. Während es für den Außenbereich nach dem Verbrennen nicht zwangsläufig weiter behandelt werden muss, benötigt karbonisiertes Holz im Innenraum eine spezielle Behandlung – zum Beispiel durch eine Polyurethan-Beschichtung. Ansonsten würde die Ascheschicht abfärben. Einige Hersteller von karbonisiertem Holz tragen aber auch bei Fassadenholz eine Ölbeschichtung auf, um die Rußschicht zu fixieren. Diese verhindert, dass bei Berührung Ruß gelöst wird. Gleichzeitig reduziert sie Flecken und erleichtert die Montage.

Gebürstetes Yakisugi-Holz
Das Yakisugi-Holz kann auch noch ein- oder zweimal gebürstet werden, es erhält dann eine andere Optik. Ungebürstetes Yakisugi-Holz wird außerhalb Japans oft auch “Alligatorhaut” oder “Seidenholz” genannt. Bei einmal gebürstetem Yakisugi-Holz bekommen die Fassadenbretter ein sanftes, seidiges Aussehen. Die verbrannten Faserspalten bleiben prägnant, das Holz ist wie das ungebürstete Yakisugi schwarz. Zweimal gebürstetes Shou Sugi Ban dagegen ist hell mit dunkel betonter Holzmaserung. Dabei werden die lockeren Rußschichten von den weichen Wachstumsringen komplett entfernt und das Spätholz kommt mit fein kontrastierenden Graten heraus.